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Ja, was denn nun, ein Review von GTA: San Andreas zwei Monate nach der Veröffentlichung? Ist doch alles nur noch kalter (nicht heißer) Kaffee. Nicht ganz, denn im ersten Hype und anschließenden Trubel um das Game ist eines ganz in Vergessenheit geraten:
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GTA: SA ist riesig und man braucht Zeit, um den Titel tatsächlich einschätzen zu können. So ein widersprüchliches Spiel kommt selten vor und verlangt nach vielen langen Spielsessions.
Das ist ein ernstes Game. No shit! Kaum verlasse ich den Flughafen, werde ich schon von der Polizei empfangen und beraubt. Gut, ich bin schwarz, das kommt vor. Dann der nächste Hammer: Ich steige auf ein BMX, die Dinger sind schließlich modern Anfang der 90er. Kaum radle ich gemütlich vor mich hin, höre ich Schüsse. Das muss ein Versehen sein, wer will mir, Carl Johnson schon was Böses anhaben? Dann aber sehe ich das Blut spritzen, ich beeile mich und sehe mich hinter der nächsten Ecke verschwinden.
Damals in Vice City war das noch anders. Als Tommy Vercetti wollte mir zunächst keiner was, ich konnte mich voll auf Steuerung und Stadt konzentrieren. Jetzt denke ich unweigerlich: GTA: San Andreas (GTA: SA) ist anders, erwachsener, härter, brutaler. Das Gangster-Setting ist nicht Persiflage, sondern bitterer virtueller Ernst. Ich bin der Schmutz in den Straßenritzen, ein Nichts, ein Niemand. Auch die Stadt Los Santos, in der das Spiel beginnt, schüchtert mich ob deren Größe ein.
Dementsprechend ernst gehe ich auch die erste Mission an. Nur, irgendwie passt die nicht so ganz in mein gerade geformtes Bild. Ich cruise nicht mit einem Lowrider durch die Straßen. Nein, meine komplette Gang ist auf zwei unmotorisierten Rädern unterwegs. Hey, wir sind doch alle erwachsen, was soll der Schrott? Mit jedem Auftrag wird immer fassbarer, was GTA: SA in Wirklichkeit ist: Eine einzige Satire. Eine Satire auf die USA vor allem, aber auch eine Satire auf alle modernen Formen kommerziellen Gangsta-Pops.
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